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Leserbrief: Geburtshelfer
Österreich
feiert seine Wiedergeburt, aber der Geburtshelfer Nummer 1 wird mit
keinem Wort erwähnt. Dieses Kunststück schafft vor allem Hugo Portisch
in seiner vielstündigen Dokumentation. Ein geraffter Rückblick:
Schuschnigg im KZ, Renner wohlauf nach seinem „Ich stimme freudig mit
ja!“, die Exil-Sozialdemokraten für einen Verbleib bei Deutschland
nach dem Krieg. Ihre Haltung ändert sich erst, als 1943 die „Moskauer
Deklaration“ unter federführender Initiative Dr. Habsburgs erscheint.
Durch seine unschätzbaren Beziehungen zu Roosevelt kann dieser ein
Bombardieren österreichischer Städte bis 1943 hinauszögern und den
fatalen ursprünglichen Besatzungsplan torpedieren, wonach ganz Wien,
Nieder- und Oberösterreich, Burgenland und die Steiermark in russische
Hände gefallen wären. Damit wäre eine Zweiteilung des Landes ähnlich
Deutschland wohl unvermeidbar geworden. Die für Österreich nicht
vorgesehene Marshallplan-Hilfe wird nach einer Rede Kaiserin Zitas vor
den Frauen der Kongressabgeordneten gewährt, Ottos Kampf für eine
Rückkehr Südtirols und gegen die Vertreibung der Sudetendeutschen
scheitert hingegen. Für kurze Zeit in Österreich, wird Dr. Habsburg
von den Russen unter Beteiligung Karl Renners wieder des Landes
verwiesen. Dass all dies von Portisch übergangen wird, wundert mich
nicht, war er doch noch in den Sechzigerjahren journalistischer
Wortführer gegen seine Einreise. Die Geschichtsschreibung ist aber mit
Portisch noch nicht zu Ende.
Gerald
Grahammer, Lustenau (20. Mai 2005 in den "Vorarlberger Nachrichten"
erschienen) |
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Otto von Habsburg und 3
seiner Brüder in Amerika: Einsatz für Österreich, Ungarn, Europa
Otto wird zum
Kettenraucher in jenen Monaten, als er in einem nervenaufreibenden
Kleinkrieg mit den US-Kriegsbehörden die Bombardierung
österreichischer Städte verhindert. Es gelingt ihm bis August 1943.
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